Obendrauf Stuttgart

Die Idee

Armut hat viele Gesichter. Auch in einer reichen Stadt wie Stuttgart gibt es Menschen, die
nicht wissen, wie sie über die Runden kommen sollen.
Das Ziel der Initiative “Obendrauf” ist es Menschen, denen es finanziell nicht gut geht,
dennoch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Der Obendrauf soll den
Blick aufeinander und das Bewusstsein füreinander schärfen und ist eine einfache
Möglichkeit des Austauschs.
Die Vision der Initiative ist, etwas in den Köpfen der Menschen zu verändern. Der Obendrauf
als niederschwellige Möglichkeit der gegenseitige Unterstützung soll ganz selbstverständlich
zum Stadtleben in Stuttgart gehören.

Wie funktioniert Obendrauf?

Angelehnt an die Idee „Cafè Sospeso“ aus Italien, kann kann man beim Begleichen seiner
Rechnung jemand zu einem Kaffee einladen, indem man in das Obendrauf-Glas einen Obolus
spendet.
Bei Obendrauf geht es aber nicht nur um Kaffee: alles kann ein Obendrauf sein:
Dienstleistungen, Handwerk, Gastronomie oder Kulturangebote.
So kann man Familien ein Eis ausgeben, Alleinerziehenden einen Yogakurs oder eine
Schuhreparatur ermöglichen oder aber Hundefutter ausgeben für Halter, die es sich derzeit
nicht leisten können, sind nur ein paar Möglichkeiten von vielen.
Wir gewinnen immer mehr engagierte Läden, die unsere Idee teilen und bei Obendrauf mitmachen
und mit ihren unterschiedlichsten Angeboten ein Stadtbild erzeugen, in dem Nehmen und Geben
zum Selbstverständnis aller werden kann. Zudem erklärt das Team den öffentlichen Raum ab und
an temporär zum Aktionsfeld, um den Obendrauf erlebbar zu machen und andererseits auch die
Bedürfnisse der Stuttgarter besser kennenzulernen.

Wer bekommt den Obendrauf?

Alle Stuttgarterinnen und Stuttgarter die aus finanziellen Gründen die angebotenen
Dienstleistungen und Angebote nicht wahrnehmen können. Dazu zählen zum Beispiel alle,
die eine *Bonuscard haben.
Mehr Gedanken dazu unter *für wen wir uns einsetzen.
Bei einigen Betreibern muss man die Bonuscard vorlegen, bei anderen nicht. Wer keine hat,
kann also nach dem Obendrauf fragen.

Für wen wir uns einsetzen

Es gibt bereits eine große Anzahl an Organisationen und Initiativen die viel Gutes für die
Stadt und ihre Menschen leisten. Zum Beispiel für wohnungslose und suchtkranke
Menschen.
Es gibt aber auch Menschen, deren Einkommen nur knapp über der Armutsgrenze liegen.
Dazu gehören zum Beispiel Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose, arbeitsunfähige Menschen
oder auch Rentnerinnen und Rentner die aufstocken müssen. Sie wollen wir unterstützen
und möchten allen die Möglichkeit geben, Teil der Gesellschaft zu bleiben. Auszugehen,
Freunde zu treffen, sich bei kulturellen Veranstaltung inspirieren zu lassen. Denn Einsamkeit
und Rückzug ins Private tun nicht gut. Motivation und Zufriedenheit sind wichtige Antreiber
für eine gut funktionierende Gesellschaft.
Stuttgart ist eine reiche Stadt – auf der anderen Seite der Armut stehen wohlhabende
Menschen. Vielen von ihnen ist es nicht egal, wie es den ärmeren geht. Auch sie sollen die
Möglichkeit bekommen, ihren Teil zum Austausch beizutragen. Und das tun sie
erfahrungsgemäß auch sehr gerne.
All diesen Menschen ist der Obendrauf gewidmet.

Wo gibt es den Obendrauf?

Hier ist eine Liste der teilnehmenden Geschäfte

Ich habe ein Geschäft und möchte bei Obendrauf
mitmachen.
Hier gibt es weitere Informationen für Geschäfte, die sich bei Obendrauf beteiligen
wollen.
„Ich habe ein Geschäft und möchte bei Obendrauf
mitmachen“*Infomaterial

„Teilen ist das wahre Haben“ gehört ebenso zu den gängigen Aussagen auf den Werbemitteln
wie „Lass dich einladen“. Es gibt ein Obendrauf-Glas, wie auch die Möglichkeit mit einer
klassischen Tafelfolie zu arbeiten. Zudem gibt es eine Website, ein aktiv geführtes facebook-
Profil und jede Menge Veranstaltungen die wir besuchen, organisieren und aktiv bewerben.
Jeder kann sich einbringen

Sich unmittelbar und einfach für ein besseres Miteinander und einen Austausch in der
Stadtgesellschaft einbringen, kann auf ganz unterschiedliche Weise geschehen.
● Euch geht’s finanziell gut und ihr möchtet das gerne teilen?
Dann beim Bezahlen einfach für jemanden anderen im Voraus zum Beispiel einen
selbstgewählten Betrag für einen Kaffee, eine Brezel, eine Suppe oder
Theaterkarten obendrauf geben. Die Spende wird vom Betreiber vermerkt und
weitergegeben.

● Ihr wisst gerade nicht, wie ihr finanziell die alltäglichen Dinge meistern
könnt?
Lasst euch einladen! Bekommt den Kopf frei bei einer kostenlosen Tasse Kaffee, tankt
Freude und Kraft bei einem kostenlosen Besuch einer Veranstaltung u.v.m.
Bitte nutzt die Einladung, sie kommt zustande, weil Menschen diese Situation
verstehen und aktiv helfen möchten. Denn Teilen macht glücklich (und ist das wahre
Haben!)

● Du möchtest dich engagieren und uns dabei unterstützen Obendrauf in
Stuttgart noch bekannter zu machen?
Super, dann melde dich bei uns unter: info@obendrauf-stuttgart.de! Auch eine einzelne
Patenschaft für euren Lieblingsladen/euer Lieblingslokal ist eine Hilfe.

Entstehung und Zusammenarbeit

Bereits Anfang 2014 war es einigen Mitgliedern des Vereins „Die Stadtisten“ ein Bedürfnis, sich
für mehr soziale Wärme in der Stadt zu engagieren..
Obendrauf ist angelehnt an die Idee des Suspended Coffee, die ihren Ursprung in Neapel hat.
Dort konnten sich viele ihren Espresso nicht mehr leisten. Jene, die es konnten, betrachteten
den Besuch eines Cafés als Grundrecht und zahlten nicht nur für ihren Kaffee, sondern auch
für einen weiteren. Diesen konnte dann jemand später trinken, der ihn sich selbst nicht
leisten konnte.
Nach Recherchen im Vorfeld fand ein intensiver Austausch zwischen der Gründerin der
Initiative „Suspended Coffees Germany“ (SCG) und uns statt. Schnell war klar, dass man sich
in einer Kooperation sieht und gegenseitig unterstützt. So wird der Obendrauf als
Sonderinitiative auf der Website Suspended Coffees Germany – Spendiert
(https://suspendedcoffee.de/) sowie in der App (aktuell nur für Android) mit aufgelistet. Die
Idee, sich nicht auf Kaffee zu begrenzen, fand wiederum bei SCG Anklang, so dass seit
geraumer Zeit auch hier daran gearbeitet wird, dass Einladungen auch fernab von Kaffee
angeboten werden.